Warum sich das Medi-Taping nicht wie ein Flächenbrand ausbreitet

Als ich das Tapen kennen lernte, dachte ich, diese neue Therapie müsste sich sofort überall ausbreiten. Patienten, die in meiner Praxis behandelt worden sind, bringen Familienangehörige, Freunde und Arbeitskollegen bei anschließenden Besuchen mit. Ich kann mich nicht beklagen, ich habe so viel zu tun, dass ich einen Kollegen einstellen musste. 
Trotzdem stoße ich immer wieder auf viel Unverständnis. Nehmen wir nur mal unsere Ärztekammer. Ich wurde immer erfolgreicher und es machte immer mehr Spaß, so dass meinen Erfolg mit meinen Kollegen teilen wollte. Hatte ich bei Schmerzpatienten so einen großen Erfolg, dass ich behaupten muss selten, nämlich weniger als 5 % aller Schmerzpatienten konnte ich bisher nicht helfen. Diese Patienten hatte kein muskuläres Problem, aber dafür habe ich dann die wirkliche Diagnose herausfinden können. So erinnere ich mich an eine Frau, die zwischen den Schulterblättern über chronische Schmerzen klagte. Als meine Kunst nicht half und auch der Farbwechsel keinerlei Veränderung zeigte, habe ich sie gleich zur Computertomografie geschickt, weil ich wusste, hier muss etwas anderes vorliegen. Leider zeigte sich eine Metastase aufgrund eines kleinzelligen Bronchialkarzinoms. Ich erinnere mich aber auch an eine Reihe von Herzinfarktpatienten, die mit Rückenschmerzen oder linksseitigen Schulterschmerzen zu mir kamen. Auch hier half das Tapen nicht und ich wusste ich muss weiter suchen, was bei dieser Lokalisation ja nicht so schwer ist.
Auch dies wollte ich meinen Kollegen zeigen, weil bisher so etwas in der medizinischen Welt nicht bekannt war. Man hat mit dem MEDI-TAPING eine wunderbare Möglichkeit heraus zu finden, habe ich bei einem Schmerz ein muskuläres Problem oder nicht. 
Also wendete ich mit einem Schreiben an den  Fortbildungsausschuss der Ärztekammer und berichtet meine Absicht. Nach einigem Zögern kam die Antwort, das interessiere hier keinen. Ich habe es dann vor einigen Wochen nochmals versucht und habe vorgeschlagen, dass ich über die Statik einen Vortrag halten wollte. Der wissenschaftliche Ausschuss habe da erst ein paar Rückfragen, so ohne weiteres habe man keinen Konsens von allen Mitgliedern gefunden. Also bin ich nach Bad Segeberg gefahren und habe mich den Fragen gestellt. Nun weiß ich, dass auch heute noch die Schulmedizin falsche Ansichten vertritt, was die Statik betrifft. Deshalb fiel es auch dem Ausschuss schwer, so nehme ich es mal an,  sofort  seine Zustimmung zu diesem Vortrag zu geben. Es traf sich gut, dass der Abgeordnete aus dem Ausschuss seit langer Zeit einen chronischen  Schulterschmerz beklagte. Er war natürlich, wie sollte es anders sein, der Herr Kollege hatte eine Beinlängendifferenz von gut einem Zentimeter. Nachdem die Statik ausgeglichen und er getapet war hatte er keine Schmerzen mehr. Obwohl ich schon mehrere Artikel in der Ärztekammermitteilung geschrieben habe und eigentlich ziemlich bekannt bin, hatte der Kollege große Schwierigkeiten an das zu glauben, was er selbst erlebt hat. Er hat sich dann im Ausschuss für mich eingesetzt und im September darf ich den Vortrag in Bad Segeberg halten.
Aber nicht nur die Ärztekammer hat große Probleme mit neuen Erkenntnissen, auch die Kollegen in der Uni oder in Krankenhäusern wollen es nicht begreifen.
So habe ich in einer Universität eine Studie über das MEDI-TAPING gemacht. Ich habe mit Assistenzärzten Schultern behandelt, die operiert werden sollten. Es war ganz egal, ob die Schulter schon einmal oder mehrmals operiert worden war, ob es eine Schleimbeutelentzündung sein sollte, ein Impingementsyndrom, eine Arthrose des Schultergelenkes oder sonstige Erkrankung. Es zeigte sich, dass die Schmerzen hauptsächlich muskulär bedingt waren und wir die meisten Schultern nicht operieren mussten. Nachdem ich  über dreiviertel Jahr jeden Donnerstagnachmittag die Kunst unter Beweis gestellt habe, hat sich in dieser Abteilung nichts verändert. Es wird weiter wie bisher jeder operiert, es wird nicht geschaut ob es auch mit dem MEDI-TAPING auch ohne Operation geht.
Ich gebe viele Kurse in Kliniken und es lässt sich nur selten ein Arzt in den Kursen sehen. Es sind dann die Physiotherapeuten, die begeistert an den Kursen teilnehmen. Wir haben bei jedem Kurs Patienten aus der Klinik und es wird berichtet, dass die Ärzte ganz verwundert waren. Beim nächsten Kurs, den ich in der gleichen Klinik gebe, sehen ich auch nicht einen Kollegen. Einmal hat es fürchterlichen Ärger gegeben. Ich habe Patienten aus der Klinik behandelt und diese Patienten haben das anderen Patienten erzählt, so dass noch mehrere Patienten von mir behandelt wurden als eigentlich vereinbart. Die ärztlichen Kollegen haben sich fürchterlich aufgeregt, weil die Patienten durch unsere Therapie schmerzfrei waren, wo sie doch schon seit 4 Wochen erfolglos in der Klinik waren. Auch hier habe ich anschließend in anderen Kursen keinen Arzt gesehen.
Gut die Patienten, die neu zu mir kommen hoffen, dass ich ihnen helfen werde, aber auf Rückfragen kommt doch ein wenig Unglaube heraus.
Ein Vorwurf von vielen Patienten kommt auch sehr häufig, „warum spricht sich diese wunderbare erfolgreiche Therapie nicht herum und warum habe ich das nicht vor meiner Operation gewusst!“ Wenn der Patient Schmerzen hat, dann verspricht er alles. Wenn die Schmerzen weg sind, dann hat er andere wichtigere Dinge zu tun und gibt sich wenig Mühe, diese Therapie anderen zu empfehlen. Es sind nicht alle so aber doch mehr als man meint.

Die Medien, wie Zeitung und Fernsehen sind nicht anders in ihrem Verhalten. Artikel die ich schreibe, werden nicht gedruckt. Das Hamburger Abendblatt antwortet nicht mal auf meinen eingereichten Artikel. Auf Nachfrage wird mir erklärt, man habe so viel zu tun und könne sich nicht um meinen Artikel kümmern. Ins private Fernsehen will ich nicht unbedingt, da war ich schon. Es wird nicht ausreichend informiert, eher sensationsmäßig aufgemacht. Das finde ich auch nicht gut. Ich würde gerne einen Beitrag in einer medizinischen Sendung wie die Visite im NDR mitgestalten, aber da findet man trotz intensiven Bittens kein Gehör.
Ich habe viel überlegt und bin der Meinung, dass wenn man einmal etwas falsch gelernt hat, man nicht bereit ist etwas anders zu sehn. Mediziner sind häufig sehr konservativ, deshalb setzten sich Neuerungen auch nur zögernd durch. 
Man kann sich schon so fühlen wie Galileo, der nach 360 Jahren im Jahre 1992 von der Katholischen Kirche rehabilitiert wurde  und wir Christen daran glauben dürfen, dass sich die Erde um die Sonne dreht. Ich bin gespannt wie lange sich in den medizinischen Büchern sich der Irrglaube vom unbeweglichen Kreuzdarmbeingelenk hält und wie lange einige Mediziner dem Patienten erzählen werden, dass eine Beinlänge keinen interessiert.