Dr. med. Sielmann

Foto Dr. med. Dieter Sielmann

Als ich 1986 mich in Bad Oldesloe als Facharzt für Allgemeinarzt niederließ, ahnte ich nicht, dass mich im Juni 2001 fürchterliche Schmerzen plagen würden. Die Rückenschmerzen waren unerträglich. Meine Selbstmedikation und auch der Besuch beim Orthopäden brachten keinerlei Linderung. 
Ich war so weit, dass ich alles dafür gegeben hätte, von diesen Schmerzen befreit zu werden. Ein noch damaliger Freund fuhr mich zu einem Physiotherapeuten, der mir ein paar bunte elastische Tapes (Kinesio-Taping)auf den Rücken klebte. Ich stand auf und hatte nur noch bei extremen Bewegungen einen leichten Schmerz. Als Schulmediziner verstand ich die Welt nicht mehr und hätte ich es nicht am eigenen Leibe erfahren, ich würde es heute noch nicht glauben. Wie und weshalb ich so schnell schmerzfrei durch diese elastischen Tapes wurde, ist mir erst nach und nach klar geworden. Als Schulmediziner hat man Dinge gelernt, die man dann auch nicht so schnell aufgeben möchte. Das ist auch der Grund meiner ärztlichen Kollegen, die wohl noch mehr Schwierigkeiten mit dieser Therapie haben, weil sie die Wirkung noch nicht erfahren durften. 
Leider haben die Ärzte wenig von funktioneller Anatomie gelernt. Dies habe ich dann schnell nachgeholt und als ich dies  verinnerlicht hatte, habe ich jeden Patienten mit bunten Tapes versorgt, der nicht schnell genug weg laufen konnte. Anfangs habe ich diese bunten Tapes hauptsächliche bei Schmerzen eingesetzt. Man hatte erstaunlichen Erfolg, der so bei gut 70% lag. Es gab aber hier und da Patienten, die eindeutig ein muskuläres Problem hatten, wo aber meine Therapie nicht helfen wollte. Diese Therapie verpflichtet einen Therapeuten, den Patienten gründlich zu untersuchen. Wenn man eine schmerzhafte Schulter untersucht, dann fällt auf, dass nicht nur der Bicepsmuskel schmerzhaft zu tasten ist, der das Beugen des Unterarmes ausführt. Es sind auch die anderen Muskeln, die im Schulterbereich zu finden sind, schmerzhaft tastbar. Erst als ich diese ganzen Muskeln mit einem Tape versorgte, war der Patient total beschwerdefrei. Ich habe meine erlernte Tapetechnik, die ich vom Kinesio-Taping her kannte, stark verändern müssen. 

Die Statik ist ein wichtiger Grund, um zum Erfolg zu kommen

Dann traf ich das Ehepaar Herrmann und Jutta Christiansen-Zimmermann aus Wettstätten, die mir sagten, es ist wichtig auf die Statik und die Farbe zu achten. Es hat einige Wochen und Monate gedauert, bis ich als Schulmediziner auf Physiotherapeuten gehört habe. Mit der Statik, dass habe ich ja noch verstanden. Ein Erlebnis eines Patienten hat mich dann aber doch völlig überzeugt. Es war ein Patient mit Tinnitus. Er war nach vier Behandlungen an einem Montag in meiner Praxis und erklärte, dass der Tinnitus schon deutlich besser sei, so dass er ihn so ertragen könnte. Ich hatte am Wochenende mal wieder mit Herrmann über die Statik lange diskutiert und versprochen, dass ich darauf achten werde. Also untersuchte ich den Patienten auch auf seine Statik hin. Er war natürlich schief, aber das war mir schon lange klar, dass alle Patienten, die Beschwerden hatten, auch ein statisches Problem hatten. Ich machte diesen Patienten gerade und tape ihn wie immer. Nach einer Woche kam er freudestrahlend in meine Praxis und berichtete, dass der Tinnitus total weg sei. Diese Geschichte passierte 2002. Als dieser Patient nach genau drei Jahren plötzlich wieder in meiner Praxis vor mir stand, freute ich mich, als er mir erzählte, dass er seit vier Wochen deutliche Hüftschmerzen habe und seit über einer Woche wäre der Tinnitus genauso störend, wie damals, als wir uns kennen lernten. Er war zuerst beim Orthopäden, dort hätte er Spritzen bekommen, die Schmerzen seien aber wie damals nicht besser geworden. Dann war er beim HNO-Arzt und habe Infusionen gegen seinen Tinnitus bekommen, aber auch leider ohne Erfolg. Also musste er den langen Weg nach Oldesloe wählen. Wenn man es auch nicht glaubt, aber ich habe es im Video festgehalten und es war wirklich so, dass dieser Patient wieder schief war. Nachdem ich die Statik gerichtet und die entsprechenden Muskeln versorgt hatte, war der Patient sofort schmerzfrei und nach einer Woche war der Tinnitus weg. Diesem Patienten hatte ich es zu verdanken, dass ich die Statik als einen wichtigen Eckpfeiler für den Grund unserer Schmerzen endlich begriff und seither bei jedem Patienten peinlichst auf die Statik achtete. Auch gerade bei Patienten, die eine chronische Daumengrundgelenkarthrose beklagten. Hier zeigte sich als eigentliche Ursache eine Atlasblockade. Erst als diese gelöst war, wurde die Behandlung mit dem MEDI-TAPE erfolgreich.

Wenn man es auch nicht versteht, Farbe ist für den Erfolg absolut wichtig

Wenn ich Kurse gebe, und das geschieht bald jedes Wochenende, dann frage ich die Teilnehmer, wer glaubt eigentlich, dass die Farbe für den Therapieerfolg wichtig ist. Je mehr ärztliche Kollegen anwesend sind, desto mehr Teilnehmer sind der Ansicht, dass die Farbe zwar visuell wirkt, aber nicht, wenn man sie zum Beispiel auf dem Rücken nicht sieht. Ich verspreche den Teilnehmern, dass nicht nur einer, der mit der blauen Farbe von seinem Tischnachbar beklebt wird, hier schnell merkt, dass ihm die Energie entzogen wird. Wir hatten öfter mal den Fall, dass den Teilnehmern der Kreislauf so stark entgleiste, dass man zur Schocklagerung greifen musste.
Das Tape kommt aus Japan und hat japanische Farben. Bei den Kinesio-Tapern habe ich zwar gelernt, dass die Farbwahl ganz egal ist und man sieht bei ihnen auch heute noch, dass verschiedene Farben auf die gleiche Stelle wild hin und her geklebt werden. Man hat sicher auch hier seinen Erfolg. Doch wenn man sich intensiv mit dieser Therapie beschäftigt, kommt man zu der Beobachtung, dass die Farbe doch einen wichtigen Aspekt zum Erfolg dieser Therapie beiträgt. Das ist auch  ein Grund, warum wir die asiatischen Farben geändert haben, weil wir Europäer sind und ein anderes Farbempfinden haben. Dies kann man aber auch nur feststellen, wenn man viel Erfahrung mit dieser Art der Therapie hat. So kann man mit der Farbe blau die Energie des Körpers entziehen, während man mit rot dem Körper Energie geben kann. Glauben Sie mir ich habe auch nur Anfangs geschmunzelt und mich lange gewehrt, diese Erkenntnis an zu nehmen. Den Kritikern sei gesagt, es gibt Ärzte, die mit Farbspektren erfolgreich therapieren. Außerdem ist nicht alles, was man nicht gleich versteht, reiner Unsinn. Es tut jedem Menschen gut, wenn er für Dinge offen bleibt und sich damit beschäftigt, als wenn er Grundweg gleich Theorien, die er beim ersten Mal nicht versteht ablehnt. Auch ich bin ein sehr skeptischer Mensch. Doch was ich mit dieser Therapie erfahren habe, hat mich selbst in den Grundfesten erschüttert. Ich glaubte in diesem Jahrhundert hätte man so gut wie alles schon entdeckt und es gäbe nichts mehr zu entdecken.
Die Muskulatur wurde wieder neu entdeckt.
Wir können zum Mond fliegen, können mit unseren Untersuchungsgeräten Knochen, Bandscheiben, Knorpel und auch Muskulatur bildlich darstellen. Eine überlastete Muskulatur können wir leider nicht darauf erkennen. Was zur Folge hat, dass die Ärzte, die sich hauptsächlich mit Gelenkschmerzen auseinander setzten, den Orthopäden nämlich, sich auf die Bilder verlassen und die Veränderungen für den Grund der Schmerzen, die der Mensch beklagt, dafür verantwortlich zeichnen. Wir sind alles kleine ungläubige Thomase und glauben das was wir sehen. Es gehört auch nicht immer zu der Ausbildung eines Arztes, sich die funktionelle Anatomie an zu eignen. Ich habe sie jedenfalls während meiner Ausbildung nicht genossen. Für mich war auch das Röntgenbild maßgeblich entscheidend für die Diagnose und die Therapie. Wie gesagt, was uns die Schulmedizin beigebracht hat, war nicht immer richtig.
Eine Beinlängendifferenz bis zu zwei Zentimetern ist zu verwerfen
Auch heute noch wird diese These in den Universitäten gelehrt.
Das Kreuzdarmbeingelenk ist so gut wie unbeweglich
Auch das ist eine These, die absolut falsch ist und im Zusammenhang mit der Beinlängendifferenz zu verstehen ist. Auch ich habe, bis ich mich mit dem MEDI-TAPING beschäftigt habe den Patienten mit Beinlängendifferenzen Schuherhöhungen oder Einlagen verschrieben, weil ich es so gelernt habe.