Warum ist Statik so wichtig
Bei der Statik des Menschen ist zu beobachten, dass wir uns eigentlich vom Vierbeiner zum Zweibeiner erst durch die Bewegung dahin bewegt haben, was wir heute sind. Das Skelett hat sich aber nicht dementsprechend verändert. So können wir heute feststellen, dass 99% der Schmerzpatienten eine Beinlängendifferenz aufweisen. Eine Erkenntnis, die mich total erschüttert hat. Diese Beinlängendifferenz kommt in erster Linie durch unser verschobenes Kreuz-Darmbein-Gelenk (ISG-Iliosakralgelenk). Schaut man sich die Anatomie dieses Gelenkes genauer an, erkennt man sofort, es ist absolut schlecht gebaut. Es wird nur von Bändern und ein paar Muskeln gehalten. Die beiden Gelenkflächen sind plan aneinander gelegt. Man muss wissen, dass unsere Schulmedizin dieses Gelenk als eine Amphiarthrose bezeichnet.
Eine Amphiarthrose (v. griech. amphi - „um“, „herum“ und arthros - „Gelenk“) oder straffes Gelenk ist eine Diarthrose („echtes Gelenk“) mit durch straffe Bänder eingeschränkter Beweglichkeit. Im Röntgenbild ist der Gelenkspalt zu erkennen. Die Gelenkflächen sind, wie bei allen Gelenken, von hyalinem Knorpel überzogen. Der Bewegungsumfang einer Amphiarthrose ist relativ gering. Wobei man sich nicht festgelegt hat, in wie weit es beweglich ist.
Das Kreuz-Darmbeingelenk (Articulatio sacroiliaca), sprich die Verbindung zwischen dem Becken, speziell dem Darmbein (Os ilium) und dem Kreuzbein (Os sacrum). Ebenfalls Amphiarthrosen sind die Gelenke zwischen den Hand- und Fußwurzelknochen.
Das ISG ist zwar eine Amphiarthrose, ermöglicht dennoch durch seine Keilform innerhalb des Beckenringes leichte Bewegungen im Gang, beim Laufen und erst recht im Sprung (der Landung) sogar umfangreichere Bewegungen, um eine Dämpfung für die Wirbelsäule zu bewirken. Man spricht deshalb ja auch von Nutation und Gegennutation.
Ein Irrtum der Schulmedizin beim Messen der Beinlängen
Das Verrutschen dieses Gelenkes kann manchmal einige Zentimeter ausmachen. In meiner Ausbildung wurde uns beigebracht und es wird immer noch so gelehrt, jedenfalls in Lübeck, dass man die Patienten zum Messen der Beinlänge hin stellt. Dann legt man die Hände auf die Beckenkämme und vergleicht, ob sie in der Waage sind. Ist dies nicht der Fall, legt man dem Patienten solange dünne Brettchen unter den Fuß, bis die Beckenkämme in der Waage sind. Ich habe dies bis vor fünf Jahren auch so gehandhabt, bis mir gezeigt wurde, dass das ISG beweglich ist. Auch heute steht in vielen medizinischen Büchern, dass das ISG nicht beweglich ist. Es ist wie sie oben gelesen haben relativ gering beweglich, aber was ist relativ. Hier sind es doch schon einige Zentimeter. Das ist aber nicht der Einzige Irrtum, den sich die Schulmedizin in diesem Bereich leistet.
Im Studium lernt man nämlich noch heute, dass eine Beinlängendifferenz, „bis zu zwei Zentimeter zu verwerfen sei“ (Aus dem aktuellen Lehrbuch Manuelle Therapie, Springer Verlag). Über zwei Zentimeter werden Einlagen oder Schuherhöhungen verschrieben. Auch wenn ich die Gemüter vieler Kollegen oder Schumachermeister errege, aber es sind in den allerseltensten Fällen Einlagen oder Absatzerhöhungen sinnvoll. Eine echte anatomische Beinlängendifferenz habe ich in meinem ganzen Leben vielleicht fünf Mal gesehen. Alle anderen waren funktionelle Beinlängendifferenzen und das waren 99%.
Es wurde festgestellt, dass 99% aller Patienten, die wegen Schmerzen in die Praxis kamen ein statisches Problem haben. Zu ca.90% war eine ISG-(Iliosakral -(Kreuzdarmbein))blockade, zu 70% war zusätzlich eine Altasblockade oder Halswirbelblockade, vor allem bei Frauen 90% zu beobachten und der Rest zeigte sich als Blockade auf der übrigen Wirbelsäule.
Man kann es nicht deutlich genug sagen, wir Ärzte haben in unsere Ausbildung gelernt, dass man 1-2 cm Beinlängendifferenz zu negieren hat. Man war immer der Einschätzung ausgesetzt, dass diese Differenz vom Körper ohne Nachteil ausgeglichen wird. Dies ist NICHT der Fall.
Machen Sie bitte einen Selbstversuch, wenn Sie es nicht glauben. Ziehen Sie einen Schuh aus, der belassene Schuh sollte mindestens eine Sohlenerhöhung von einem Zentimeter haben. Stellen Sie sich vor einen Spiegel und Sie werden wahrscheinlich keine Veränderung an sich sehn. Deshalb sind die Mediziner auch der Meinung, weil der Körper diese Veränderung spontan ausgleicht, ist es für den Körper nicht schädlich. Achten Sie bitte auf das Bein, was den Schuh noch an hat. Merken Sie, dass die gesamte Beinmuskulatur angespannt ist. Eine angespannte Muskulatur wird nicht ausreichend durchblutet. Es kommt zu Fehlversorgung und letztendlich zur Ausschüttung von Schmerzhormonen. Außerdem sind wir nicht nur nach unten hin schief, wir sind auch noch oben hin schief und belasten auch dort unsere Muskulatur falsch Wir merken es nur nicht so, wie wir es im Bein merken.
Ich habe diesen Irrtum mit den Beinlägendifferenzen lange nicht wahrhaben wollen. Deshalb erzähle ich gerne die Geschichte eines Patienten, der diesen Kardinalfehler in der Medizin gründlich widerlegt und kein Einzelfall ist.
Es war im Jahre 2002 als ein Kirchenmusiker mit Tinnitus zu mir kam. Nach fünf Behandlungen war der Patient schon sehr zufrieden mit der Behandlung, aber ganz weg waren die störenden Ohrgeräusche nicht. Am vergangenen Wochenende hatte ich mich mit einem befreundeten Therapeuten mal wieder über die Statik gestritten. Ich hatte behauptet, es sind ja alle schief, die ich so behandele und wir Ärzte haben gelernt, bis zu 2cm Beinlängendifferenz machen wir gar nichts. Er war der Meinung, wenn ein Patient Schmerzen hat und ist schief, dann muss man ihn unbedingt gerade machen. Aufgrund dieser Auseinandersetzung habe ich den Patienten erstmalig auf seine Statik hin untersucht und er hatte eine Beinlängendifferenz von 1cm. Diese habe ich mit der Akupunktur ausgeglichen und ihn danach getapet. Nach einer Woche kommt dieser Patient und berichtet, dass das Leben für ihn wieder lebenswert geworden sei, weil er überhaupt keinerlei Beschwerden mehr habe. Er freut sich wieder an der Orgel sitzen zu können und sich voll auf die Musik konzentrieren zu können. Die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Nach ca. drei Jahren war die Freude sehr groß, als dieser Patient erstmalig wieder in meine Sprechstunde kommt und berichtet, dass er seit vier Wochen ausstrahlende Hüftschmerzen und seit einer Woche wieder erstmalig seinen Tinnitus beklagt. Er war bei verschiedenen Ärzten, die ihm aber nicht helfen konnten. Daraufhin sei er den langen Weg zu mir angetreten. Dieser Patient war wieder schief. Ich habe ihn von seinen Blockaden befreit und die Wirbelsäule, die Hüfte, sowie die Halsmuskulatur getapet. Er berichtete gleich, dass er keine Hüftschmerzen mehr habe und nach zwei Behandlungen war auch der Tinnitus wieder verschwunden. Seit dem damaligen ersten Kontakt wird bei jedem Patienten grundsätzlich bei allen Patienten die Statik überprüft und solange behandelt, bis diese ausgeglichen ist. Man kann eine klare Abhängigkeit der Beschwerden von der Statik sehn. Ist der Patient wieder schief, hat er erneut wieder Schmerzen. Ist er zufrieden, so ist die Statik ausgeglichen.
Anatomische und funktionelle Beinlängendifferenzen
Es gibt anatomische Beinlängendifferenzen, die aufgrund ihrer Anatomie zu erklären sind. Eine Missbildung durch eine einseitige Veränderung im Hüftkopf. Ich habe in all den Jahren nur drei anatomische Beinlängendifferenzen gesehen. Das hat mich selber erschreckt. Alle anderen Beinlängendifferenzen waren funktionell, dass heißt, sie waren nur durch eine Verschiebung zustande gekommen. Sie können sich vorstellen wie häufig ich Schuherhöhungen wieder rückgängig gemacht habe. Das bezahlen die Kassen ohne Widerworte.
Weitere Beispiele für statische Probleme
Zwei Jahre Fersenschmerzen mit Schuherhöhung
Das Röntgenbild zeigt das Becken eines 32 jährigen Polizisten, der drei Monate krank geschrieben war, weil er massivste Fersenschmerzen hatte. Er kam in meine Praxis mit einer Schuherhöhung um zwei Zentimeter und wollte mir nicht glauben, dass dies der Grund für seine zweijährigen Schmerzen sei. Es wäre schließlich ein Orthopäde, der ihm die Schuherhöhung verordnet hätte und er hätte einige Schuhe, die danach verändert werden mussten. Nach drei Behandlungen, hatte er es eingesehen und ich schrieb ihm Rezepte zur Änderung der Schuherhöhung. Nach zwei Wochen konnte er wieder seinen Dienst antreten. Es zeigten sich mehrere Blockaden in der gesamten Wirbelsäule. Wenn es auch fast ein halbes Jahr gedauert hat, bis der Patient nun seit drei Jahren schmerzfrei ist, dann hat es sich doch gelohnt, da auch er einen Termin zur Operation schon bekommen hatte. Interessant war auch die Erkenntnis, dass ich aus lauter Verzweiflung zum ersten Mal ein rotes Achillessehnentape angelegt habe und der Patient freudig berichtet, dass er damit ohne Probleme zwanzig Kilometer durch Berlin gelaufen sei. Bisher war ich der Meinung, dass man grundsätzlich nur blaue Tapes für die Entzündung ein zu setzen habe.
Dreißig Jahre Sprunggelenkschmerzen
Im Juni 2008 kam aus dem Ruhrgebiet eine 66 jährige Frau zu mir, weil sie von mir gehört hatte und sie jedes Jahr nach Sylt in Urlaub fahren. Sie sollte nach ihrem Urlaub an der Hüftarthrose operiert werden und klagt neben Rückenschmerzen über Sprunggelenksschmerzen seit dreißig Jahren. Die Schmerzen sind nach einer Sprunggelenksfraktur bei kleinsten Belastungen nicht weg gegangen. Nach fünfzehn Jahren hat ein Arzt festgestellt, dass sie um 18 Millimeter schief sei und hat ihr eine Schuherhöhung von fünfzehn Millimeter verordnet. Sie hatte mehrere Orthopäden und andere Therapeuten aufgesucht, ohne Erfolg. Bei der Untersuchung fiel eine Beinlängendifferenz von gut zwei Zentimeter auf. Es war jedoch nur eine ISG Blockade, die sich leicht lösen lies. Erstaunlich war, dass die Fußschmerzen sofort weg waren. Ich habe nur die Hüfte und den Rücken mit MEDI-TAPEs versorgt und sie war total schmerzfrei. Als sie nach zwei Wochen von Sylt wieder bei mir hereinschaute, war sie immer noch beschwerdefrei und bedankte sich überglücklich.
Nach der Geburt ihres Sohnes wurden die Schmerzen immer unerträglicher
Eine 63 jährige Frau kommt zu mir und kann die Arme nicht mehr zum Kopf hin bewegen, kann sich nicht alleine frisieren, hat beidseits Hüftschmerzen aber auch beidseits Knieschmerzen. Die Füße schmerzen, besonders die Fersen. Sie wirkt sehr depressive und eigentlich wäre sie nicht gekommen, wenn ihre Freunde sie nicht dazu bedrängt hätten. Sie wäre schon bei so vielen Ärzten gewesen, dass die Akte so schwer sei, dass sie kein Arzt mehr lesen wolle. Bis nach Polen sei sie gereist, aber keiner hätte ihr helfen können, es sei immer schlimmer geworden. Sie lebe nur von Psychopharmaka und Schmerzmittel. Sie glaube auch nicht, dass ich ihr helfen könne. Ich stelle, wie so oft fest, dass sie zwei Zentimeter schief ist. Ich versorge den Rücken, die Gesäßmuskulatur, die Knie und die Achillessehnen mit MEDI-TAEs. Erstaunt und ungläubig verlässt sie die Praxis schmerzfrei bis auf die Schultern. Eine Woche später ist sie wie umgewandelt. Ihr Mann hätte gesagt, es wäre nur eine Placebowirkung. Diesmal ist sie um einen Zentimeter schief. Ich behandele auch die Schultern und sie hebt sofort die Arme frei zum Kopf. Wieder eine Woche vergeht und sie strahlt, hat die Medikamente weg gelassen und gibt selbst zu meiner Verwunderung an, dass sie keinerlei Schmerzen habe. Sie ist zum ersten Mal gerade geblieben. Sie gibt mir bereitwillig ein Interview für meine Sammlung und sagt, dass sie es selbst nicht verstehen kann und dass sie in regelmäßigen Abstanden zum Kontrollieren der Statik kommen wolle. Ich beruhige sie, dass dies nur nötig sei, wenn sie Beschwerden hätte. Sie ist nie wieder in meiner Praxis aufgetaucht. Dafür wurden mir von anderen Patienten immer wieder Grüße bestellt, die durch ihre Empfehlung zu mir kamen.
Ein Zahnarzt aus London hat massive Rücken- uns Schulterschmerzen
Es war im Kurs in Hamburg im Juli 2008 als ein Zahnarzt aus London meinen Artikel in der Zahnärztlichen Mitteilung gelesen hatte und jetzt über Bekannte von mir gehört hatte. Es war nicht nur die Neugierde an dieser neuen Therapie, im Stillen hatte er auch gedacht, vielleicht werde ich von meinen Rücken- und Schulterschmerzen befreit. Als ich von der Statik sprach und ihm versicherte, dass seine Schmerzen dadurch zu erklären seien, winkte er vehement ab. Man hätte ihm schon als sechsjähriger Junge bescheinigt, dass er fünfzehn Millimeter ein zu kurzes Bein hätte. Zahnärzte haben sicher eine einseitige ungesunde Arbeitshaltung und ich habe nach meinem Artikel für Zahnärzte viel der Kollegen erfolgreich behandelt. Jedenfalls der Kollege aus London war über zwei Zentimeter schief. Als ich ihn gerade gemacht hatte und seine Atlasblockade gelöst hatte konnte er es nicht glauben, was er selber sah. Die Rückenschmerzen und die Schulterschmerzen waren weg. An nächsten Tag waren die Beschwerden wieder da, aber bei weitem nur deutlich weniger. Es war wieder die Statik, die diesmal nur um fünf Millimeter verschoben war. Es musste noch ein zusätzliches Tape angelegt werden und er wieder schmerzfrei. Auch Zahnärzte müssen auf die Statik achten und haben begriffen, dass sie nicht allein das Kiefer gelenk zu interessieren hat. Wenn der Aufbiss nicht gleich ist, dann kann das an einer Atlasblockade oder einem verrutschtem ISG liegen. Da hilft auch keine Bissschiene und wenn sie noch so gut gebaut ist.